Aztlán - ewigeweisheit.de

Nach dem Untergang von Aztlán

Als legendärer Ursprungsort ihres Volkes, gilt den Azteken die geheimnisvolle Insel Aztlán. Bei einem gewaltigen Kataklysmus jedoch versank sie im Meer. Nur wenigen unter ihnen gelang es sich in Booten auf den amerikanischen Kontinent zu retten. Diese aber gründeten dort Tenochtitlán – die Stadt des Tenóch.

Der Huéy Teócalli, der „Große Tempel“ bildete das Zentrum von Tenóch, um das dereinst Mexiko-Stadt erbaut werden sollte. Als größtes Bauwerk der Stadt befand er sich in ihrem zeremoniellen Zentrum, wo er als riesiger Pyramidenstumpf stand, auf dem sich zwei kleinere Tempel befanden. Der eine war dem Regengott Tlaloc geweiht, der andere dem Kriegsgott Huitzilopochtli.

Vor dem besagten Untergang des mythischen Reiches von Aztlán herrschten dort paradiesartige Zustände, wo die Menschen in Frieden miteinander lebten, wie es die Handschriftensammlung des Codex Aubin beschreibt. Doch es kam eine Zeit wo die Vorfahren der Azteken von einer tyrannischen Elite unterdrückt wurden: Die Azteca Chicomoztoca. Auf Geheiß der Götter kam es zur Katastrophe und das Inselreich von Aztlán versank im Meer. Doch jene, die sich von den Ur-Azteken retten konnten, führte ein Priester des oben erwähnten Kriegsgottes Huitzilopochtli, von dort über das Meer nach Tenochtitlán – in das Gebiet des heutige Mexiko.

Im Nahuatl, der Sprache der Azteken, bezeichneten sich die Azteken selbst als die „Mexica“. Mit dem Inselnamen „Aztlán“ bezeichneten Sie einen heiligen weißen Vogel, den „Aztatlan“, weshalb manche bei Aztlán vom „Land der Weißen Reiher“ sprechen.

Über die tatsächliche Lage der aztekischen Urheimat Aztlán gibt es heute nur Legenden, die von dieser Meeresinsel berichten, als nördlich von Mexiko gelegen. Wie weit entfernt aber oder in welcher Himmelsrichtung von dort, dafür gibt es keine deutlichen Anhaltspunkte. Schaut man sich die Sache jedoch genauer an, ergeben sich einige sehr interessante Zusammenhänge, die wir im Folgenden betrachten wollen.

Aztlán: Ist das das mythische Atlantis?

Laut den Legenden der Alten Azteken, gab es in der Geschichte der Menschheit vier große Zeitalter die unserer heute bestehenden Welt vorausgingen. Der Vorstellung von solch Zeitaltern, begegnen wir etwa auch in dem Gedicht „Werke und Tage“ des griechischen Dichters Hesiod. Auch das Buch „Die Geheimlehre“ der Theosophin Helena P. Blavatsky oder die Schriften des Anthroposophen Rudolf Steiner, berichten von solch einem einstigen Inselreich. Jedes dieser Zeitalter beendete eine große Naturkatastrophe, wie zuletzt jene mit der das Inselreich von Aztlán unterging.

Nun sagen die Überlieferungen der Azteken, dass das heutige, fünfte Zeitalter der Menschheit (bei Hesiod das „Eiserne Zeitalter“) begonnen hat, nach dem oben beschriebenen Kataklysmus. Die frühesten Menschen dieser Zeit galten den Azteken als ihre Urahnen, die sich in sieben Stämme untergliedern (was wieder einer Entsprechung zu den theosophisch-anthroposophischen Lehren von den sieben nachatlantischen Kulturepochen entspricht). Laut aztekischer Überlieferung entstammen diese dem sagenhaften Urzentrum von „Chicomoztoc“, dessen Name sich in der Sprache des Nahuatl zusammensetzt aus „Chicome“ und „Oztotl“, auf deutsch „Die Sieben Höhlen“. Für die Azteken bilden sie ein Symbol ihrer Ahnen, die aus dem, in einem großen Hügel verborgenen, mütterlichen Schoßhöhlen, als die sieben Urvölker auf die Welt kamen.

 

Chicomoztoc - ewigeweisheit.de
Chicomoztoc: Der mythische Ursprungsort der Azteken und seine sieben Höhlen. Sie sollen unter sieben Hügeln verborgen liegen, die man schon mit sieben Gebärmüttern verglich, aus denen die verschiedenen Völker der Welt geboren wurden und die man im Nahuatl „Culhuacan“ nennt: Den Ort der Ahnen. Tatsächlich soll sich im Tal von Mexiko eine solche prähistorische Siedlung befunden haben, die die Azteken als angesehenen Ort verehrten. Manche Forscher haben versucht, Chicomoztoc in etwa 100 bis 300 km Entfernung nordöstlich des Tals von Mexiko zu verorten, in der Nähe von San Isidro Culhuacan.

 

Nach und nach verließen sie schließlich ihre unterirdischen Behausungen (das die eine oder den anderen vielleicht an das legendäre Königreich von Agartha erinnern dürfte; LINK: https://www.ewigeweisheit.de/mysterieneinweihung/mythos-agartha/), um sich in der Nähe des Zentrums von Chicomoztoc niederzulassen, jenem geheimnisumwobenen Ort namens Aztlán oder Aztatlan.

Wie bereits angedeutet, handelte es sich vermutlich bei Aztlán und Atlantis, um den selben mythischen Ort. Auch wenn seit Jahren erforscht wird, wo sich das sagenhafte Inselreich tatsächlich befunden haben mag (laut dem griechischen Philosophen Platon weit westlich der Straße von Gibraltar), kann bis heute niemand sagen, was seine genaue Geographie war. Vielleicht waren es auch mehrere Teilgebiete eines sogar größeren Kontinents, der nach und nach, jedoch dann vollkommen im Meer unterging.

Nun sicherlich bin ich nicht der Erste, der versucht die beiden Namen „Aztlán“ und „Atlantis“ miteinander in Verbindung zu bringen. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb der amerikanische Autor Ignatius Donnelly (1831-1901) in seinem Buch „Atlantis, die vorsintflutliche Welt“, dass die Nahuatl sprechenden Völker Mittelamerikas Atlantis meinten, wenn sie von Aztlán sprachen.

Die Tolteken führten ihre Wanderungen auf einen Ausgangspunkt namens „Aztlán“ oder „Atlan“ zurück. Dies kann nur Atlantis sein. Die ursprüngliche Heimat der Nabuatlacas (der Völker die Nahuatl sprechen) war Aztlán, der Ort, über den viel diskutiert wurde. Über die Gründe, die zu ihrem Exodus aus diesem Land führten, kann nur spekuliert werden; aber man kann annehmen, dass sie von ihren Feinden vertrieben wurden, denn Aztlán wird als ein Land beschrieben, das zu paradiesisch und zu schön ist, um es freiwillig zu verlassen, in der bloßen Hoffnung, ein besseres zu finden. Die Azteken behaupteten auch, ursprünglich aus Aztlán zu stammen. Ihr Eigenname, Azteken, wurde von Aztlán abgeleitet. Sie waren Atlanter.

– Aus Donellys Buch „Atlantis, die vorsintflutliche Welt“

Die Atlanter von Tula

Eine archäologische Forschungsstätte im Nordwesten von Mexiko-Stadt namens „Tula“, besitzt für unsere Betrachtungen eine sehr interessante Eigenschaft. Im Nahuatl nennt man sie „Tōllān“, den Ort der Süßen Gräser. SIe war einst das Zentrum des Reiches von Tenochtitlán (siehe oben), als es als Hauptstadt des Volkes der Tolteken, damals seine Blüte erlebte. Entsprechend wurden auch kultische Bauten errichtet, wie etwa die große Pyramide des geflügelten, weißen Schlangengottes Quetzalcoatl – dem Gott des Morgensterns.

 

Atlant von Tula - ewigeweisheit.de
Der Atlant von Tula: Originalgetreue Nachbildung der Kriegerstatue auf einer der Pyramiden, 65 km nordwestlich von Mexiko-Stadt.

 

Diese Pyramide nun krönen mehrere 4 Meter hohe Basaltsäulen, in Form riesiger Tolteken-Krieger. Als ich vor ein paar Jahren vor einer originalgetreuen Kopie dieser Figuren stand, in der Staatsbibliothek zu Berlin, und wusste, dass es sich dabei um einen der sogenannten „Atlanten von Tula“ handelt, erinnerte mich das an Aussagen die ich aus theosophischen Kreisen kenne. Demgemäß nämlich, soll die alte Atlantis ein Geschlecht von Riesen bewohnt haben (ähnlich repräsentiert durch solch riesenhafte Steinfiguren die Archäologen etwa auch in Ägypten fanden). Somit halte ich es kaum für einen Zufall, dass man diese Kriegerstatuen ausgerechnet als „Atlanter“ oder als „Atlanten“ bezeichnet.

Vom Untergang der Hochkulturen

Grundsätzlich lässt sich aus dem Gesagten herauslesen, dass, wenn sowohl bei uns seit der Zeit der alten Griechen von solch einem sagenhaften Inselreich ausgegangen wird, und ebenso bei den besagten Azteken, das ist anscheinend immer wieder Hochkulturen gab, die komplett verschwunden sind und von denen keiner weiß, wo sie einst existierten. Bei Aztlàn oder Atlantis handelte sich definitiv um eine Hochkultur. Denn wie sonst hätte sie es geschafft, bis heute erforscht werden zu wollen, nach ihrem Wesen, nach ihrem Ursprung und nach den Menschen, die dort eins gelebt haben?

Rein philosophisch betrachtet aber befördern Vorstellungen über die Phänomen von Aztlán, sicherlich auch etwas Tröstliches – zumindest aus Warte eines ganzen Volkes, ja, sogar aus einer Perspektive, die man einnimmt, um die Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu beschauen. Denn das was die Menschheit heute ist, das scheint sich auf einen Wendepunkt zuzubewegen, der entweder zur Vervollkommnung führen wird oder aber zu einem kulturellen Verfall. Solch Verfall, solch Unglück der Menschen und die dabei geschehenden schrecklichen Dinge, wie sie auch einst in Aztlán (oder Atlantis) passiert sein sollen: Was davon wird uns wiederfahren?

Was auch immer es ist: wie auch im Leben des Einzelnen sehen wir, vor dem Hintergrund dieser Betrachtungen, das nichts auf der Erde bleibt, sondern irgendwann wieder komplett verschwindet. Immer aber bleibt der reinste Teil von dem, was einst existierte, um fortzubestehen und worauf die Fundamente einer neuen Ära, einer neuen Zivilisation sich gründen lassen und – wie uns diese kurze Schilderung des Aztlán-Mythos zeigte – scheinbar auch gegründet worden sind.

 

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